Prince of Pegida: Interview mit Franz Jänich (VerFRANZt)

Traumjob YouTube-Star? Der Chemnitzer Franz Jänich ist mit seinem neuen Satire-Clip „Prince of Pegida“ dem Ziel einen Schritt näher. Mit mittlerweile rund 95.000 Aufrufen und Artikeln auf taz.de, jetzt.de und bei stern.de stieß die humorvolle Verarbeitung der Pegida-Bewegung in Dresden auf offene Ohren. Marcus Jänecke durfte ihm ein paar Fragen stellen.

Franz, ich habe „Prince of Persia“ als Jugendlicher ja auch verflucht. Findest Du, es hat Dein fragwürdiges Denkmal verdient?

Na aber Hallo! Auf jeden Fall! „Prince of Persia“ haben wir doch alle gespielt und sind daran verzweifelt. Wenn der arme Kerl zum 10. Mal den Sprung über den Abgrund nicht schafft und in den Stacheln landet. Das Spiel beinhaltet von Haus aus Frustration. Perfektes Rohmaterial für jede Demonstration, sozusagen. Du willst nicht wissen, wie oft ich während der Videoaufnahme gestorben bin.

In Deinem YouTube-Channel bestichst Du sonst eher durch App Reviews und Let’s Play-Videos. Warum mit „Prince of Pegida“ jetzt Satire?

Satire? Ich nenne es Prophezeiung. Nach der Umbenennung des Berliner Weihnachtsmarkts in Wintermarkt, ist die zwiebelförmige Kuppel auf der Frauenkirche doch nicht weit! Wehret den Anfängen! Sonst gibt es zum Festtagsessen bald nur noch Dönerteller. Aber mal ehrlich: Ich fand es einfach amüsant, was für Gedanken durch so manchen Geist spuken und dachte mir: warum nicht schamlos übertreiben. Klar ist es ein völlig neuer Tonfall, den ich plötzlich einschlage, aber ich hatte mir schon immer „verFRANZt“ als einen Potpourri guter Unterhaltung vorgestellt.

Stern.de und Jetzt.de haben Dich als frischen YouTuber bereits gefeatured. Auf Deinem Blog zeichnest Du den Verlauf Deines Clip-Erfolgs „Prince of Pegida“ nach. Wie gehst Du mit dem plötzlichen Ruhm um?

Ich habe mir schon eine Finca an der Adria gekauft. Nur leider haben sie keine Kiesauffahrt. Hoffe da lässt sich noch etwas regeln. Ansonsten: Ruhe und Überblick bewahren. Wer teilt das Video in welchem Kontext? Wie sind die Kommentare? All die Würdigungen sammeln und ansprechend präsentieren, sonst ist der Hype den bisherigen Abonnenten gar nicht bewusst. Und eh man sich versieht, sinken die Klickzahlen wieder ins bodenlose. Was vollkommen okay ist, da meine Masterarbeit an der Tür sturmklingelt.

Du bist selbst aus Sachsen und erlebst die Demos für oder gegen Asylsuchende live vor Ort. Findest Du, zwischen Deiner Heimat Chemnitz und Dresden liegen Welten oder doch nur 70 Autobahn-Kilometer?

Was definitiv noch zwischen Chemnitz und Dresden liegt, sind zwei Stunden Stau am Dreieck Nossen. Mehr aber nicht. Im November gab es ja bereits die Initative „Chemnitz wehrt sich“. Ob das die letzte dieser Art hier vor Ort war? Ich glaube nicht. Solang die Zahlen der PEGIDA in Dresden zunehmen, wird es sowohl hier als auch in anderen deutschen Städten Nachahmer geben. Einen smarten Rat oder einen Vorschlag zur Konfliktlösung für die Problematik kannst du aber von mir nicht erwarten. Ich bin nur der Strahlemann. Politik machen andere. Bitte habt Euch mehr lieb! Und in diesen kalten Wintertagen kann man montags auch gepflegt italienisch essen gehen!

Bildquelle: MARKUS KRETZSCHMAR PHOTOGRAPHY.

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